Tag des offenen Denkmals 2026 unter dem Motto Netzwerke: Denkmale & Infrastruktur
„Verwoben durch die Zeit“
Wir möchten die Geschichte von Eggeringhausen aus der Sicht der Menschen erzählen, die diesen Ort geprägt haben. Ihre Lebenswege, ihre Arbeit, ihre Hoffnungen und Erfahrungen bilden die eigentlichen Fäden eines Netzwerks, das Gebäude, Landschaft und Erinnerungen zu einem Ort gelebter Geschichte verbindet.
Bereits im späten Mittelalter bot hier ein sogenanntes „Offenhaus“ Soldaten Schutz. Seine steinernen Grundmauern liegen vermutlich noch heute verborgen unter der knorrigen Eibenhalle im Park. Dort beginnen inzwischen häufig Umweltbildungsaktionen. Die alten Bäume schaffen einen besonderen Ort, an dem Natur unmittelbar erlebt werden kann. Im Laufe der Jahrhunderte wurde Eggeringhausen zur Heimat ganz unterschiedlicher Menschen. Hier wurde Gotthard Ketteler, der letzte Heermeister des Deutschen Ordens, geboren. Doch die Geschichte des Hauses wurde nicht allein von Adeligen geschrieben. Ebenso geprägt haben sie jene, deren Namen nicht überliefert sind: Bauern, Köchinnen, Mägde und Knechte, die im Haushalt und auf den Feldern arbeiteten.
Mit der Entstehung der „Herrlichkeit Mellrich“ gehörte auch die Ausübung der Gerichtsbarkeit zu den herrschaftlichen Rechten. Noch heute erinnern Spuren an diese Zeit. Ein kleines Guckloch in der alten Eichentür zum Keller eröffnet einen Blick in eine längst vergangene Welt. Für die Grafen von Rietberg, die das heutige Herrenhaus 1640 errichten ließen, war die „Herrlichkeit“ Eggeringhausen vor allem Korn- und Holzvorratskammer. Die enge Verbindung zur Landschaft und ihren Ressourcen prägt den Ort bis in die Gegenwart.
Auch religiöse Traditionen sind bis heute lebendig. Durch Marie Ernestine Gräfin Kaunitz Rietberg, die im 18.Jahrhundert die Verehrung des heiligen Johannes Nepomuk aus Böhmen nach Eggeringhausen brachte, entstand ein Brauch, der bis heute im Schützenverein fortlebt: Jedes Jahr zu seinem Gedenktag findet das Schützenfest und eine Prozession durch Dorf, Schloss und Park zurück zur Kirche.
Seit 2019 werden die Flächen des Gutes nach dynamisch ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet. In Gewächshäusern und auf den Feldern wachsen Gemüse und Getreide. Aus den beiden Bereichen Wald und Landwirtschaft ist der Lernort Natur entstanden. Menschen jeden Alters kommen hier zusammen, um auf dem Hof, im Park und im Wald die Zusammenhänge zwischen Mensch, Natur und nachhaltigem Handeln zu entdecken. Die Angebote der Bildung für nachhaltige Entwicklung knüpfen an die lange Geschichte Eggeringhausens an und führen sie in die Zukunft fort. So bleibt der Ort ein lebendiger Raum des Lernens, der Begegnung und des gemeinsamen Gestaltens.
Programmpunkt
Entdecken Sie mit uns die Geschichte von Eggeringhausen aus der Perspektive der Bewohner und Besucher über die Jahrhunderte. Was berichten uns die Dienstbotenkammern, alte Werkzeuge und Rezepte oder die Nepomukkapelle aus vergangenen Zeiten? Was macht den Lernort Natur heute aus? Wir bieten eine Aktion zum Mitmachen unter den alten Bäumen im Park.
Führungen:
Datum: 13.09.2026
Uhrzeit: 14:00 und 15.30
Dauer: jeweils 60 Minuten
Bitte um Anmeldung unter:
info@eggeringhausen.de
Zeitgleich findet das jährliche Hoffest des nach Demeter Richtlinien wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebes Gut Eggeringhausen statt. Alle sind herzlich eingeladen. Es gibt Verpflegung und Unterhaltung.




