Geschichte
Das Wasserschloss Eggeringhausen wurde zwischen 1620 und 1660 für Anna Catharina Gräfin zu Salm-Reifferscheidt erbaut. Sie war Witwe des Grafen Johann IV. von Rietberg und Ostfriesland und überlebte nicht nur ihn, sondern auch ihre drei Söhne. So führte sie lange die Geschäfte der Grafschaft Rietberg und war vermutlich selten in Eggeringhausen.
Im Jahr 1817 verkaufte ihr Nachfahre, Aloys Fürst von Kaunitz und Rietberg, das Gut Eggeringhausen an Friedrich Leopold Freiherr von Fürstenberg. Dieser vermachte es als Fideikommiss seinem fünften Sohn, Franz Friedrich (Fritz), der das Schloss 1830 mit seiner Gemahlin Maria Antonia Freiin von Imbsen zu Wewer bezog. Er ließ 1840 die Vorburg bauen und erweiterte das Schloss um neue Wirtschaftsgebäude.
Architektur
Das dreiflügelige Hauptgebäude öffnet sich mit dem Innenhof nach Süden. Ursprünglich führte die Zufahrt zum Schloss von Süden in diesen sogenannten Ehrenhof. Im Jahr 1732 wurde das Hauptportal an der Nordseite des Schlosses erbaut und bildet den heutigen Zugang.
An den Innenflanken der Seitenflügel erschließen achteckige Treppentürme das obere Stockwerk. Die Stufen der Wendeltreppen darin sind – anders als sonst üblich – nicht aus Stein, sondern aus massiven Eichenbalken aufeinandergelegt und in den Turmmauern gelagert.
Im Hauptsaal des Schlosses mit Kölner Stuckdecke steht ein großer Kamin aus Anröchter Sandstein. Eine Inschrift zeigt das Jahr der Fertigstellung und die Widmung der Gräfin Anna Catharina. Das Kaminsims wird von zwei gerüsteten Atlanten mit Helm getragen. Als ähnliche Figuren sind in der Region nur die Wächter bekannt, die den Giebel des von Friesenhausenschen Hofes in Soest einrahmen.
Park
Ein weitläufiger Park wurde im 19. Jhdt. rund ums Schloss angelegt. In dieser Zeit waren exotische Baumarten in Mode, so wurden zum Beispiel der kalifornische Bergmammutbaum ((Sequoiadendron giganteum) und die Griechische Tanne (Abies cephalonica) gepflanzt. Sie ist mit einer Höhe von 25 m und einem Stammumfang von 380 cm in der Liste der Rekordbäume der Dendrologischen Gesellschaft NRW verzeichnet. Die beiden Hängebuchen in der Parkmitte bilden im Sommer ein großes grünes Zelt. Nach den extremen Trockenjahren 2018 bis 2020 brach bei beiden Bäumen ( am gleichen Tag!) ein tragender Ast, so dass sie nun zur Westseite offen sind.
