Geschichte
Das Wasserschloss Eggeringhausen wurde zwischen 1620 und 1660 für Anna Catharina Gräfin zu Salm-Reifferscheidt erbaut. Eine Burganlage hat an der Stelle jedoch vermutlich bereits im Spätmittelalter existiert und diente als Wohnsitz des Inhabers der „Herrlichkeit Mellrich“, zu deren Gerichtsbarkeit auch einige der umliegenden Dörfer gehörten. Während der Gerichtsplatz sich in Mellrich befand, war das Gefängnis in Eggeringhausen. Das ist bis heute an einem „Gucklock“ in einer alten Tür erkennbar, die in das frühere Gefängnis geführt hat.
Im Jahr 1817 verkaufte der Nachfahre der Gräfin Anna Catharina, Aloys Fürst von Kaunitz und Rietberg, das Gut Eggeringhausen an Friedrich Leopold Freiherr von Fürstenberg. Das Schloss bezog 1830 sein Sohn Franz, kgl. preuss. Kammerherr, mit seiner Gemahlin Maria Antonia Freiin von Imbsen. Diese ließen die Vorburg bauen und erweiterten das Schloss um neue Wirtschaftsgebäude.
Ein Besitzer von Eggeringhausen war auch Lothar Freiherr von Fürstenberg, ein Vorreiter des Natur- und Umweltschutzes – bis heute ein zentrales und bestimmendes Thema in Eggeringhausen.
Architektur
Das dreiflügelige Hauptgebäude mit vier Ecktürmen wurde auf einer Gräfte während des Dreißigjährigen Krieges errichtet. Aus dem 18. Jahrhundert stammen das Hauptportal an der Nordseite des Schlosses, die Brücken und die Hauskapelle.
Zwei achteckige Treppentürme erschließen das obere Stockwerk. Die Stufen der Wendeltreppen darin sind – anders als sonst üblich – nicht aus Stein, sondern aus massiven Eichenbalken.
Im Hauptsaal oder „Rittersaal“ des Schlosses mit Kölner Stuckdecke steht ein großer Kamin aus Anröchter Sandstein. Eine Inschrift zeigt das Jahr der Fertigstellung und die Widmung der Gräfin Anna Catharina. Das Kaminsims wird von zwei gerüsteten Atlanten mit Helm getragen. Als ähnliche Figuren sind in der Region nur die Wächter bekannt, die den Giebel des von Friesenhausenschen Hofes in Soest einrahmen.
Park
Ein weitläufiger Park wurde im 19. Jhdt. rund ums Schloss angelegt. In dieser Zeit waren exotische Baumarten in Mode, so wurden zum Beispiel der kalifornische Bergmammutbaum ((Sequoiadendron giganteum) und die Griechische Tanne (Abies cephalonica) gepflanzt. Sie ist mit einer Höhe von 25 m und einem Stammumfang von 380 cm in der Liste der Rekordbäume der Dendrologischen Gesellschaft NRW verzeichnet. Die beiden Hängebuchen in der Parkmitte bilden im Sommer ein großes grünes Zelt. Nach den extremen Trockenjahren 2018 bis 2020 brach bei beiden Bäumen ( am gleichen Tag!) ein tragender Ast, so dass sie nun zur Westseite offen sind.

